RAID erklärt: RAID 0, 1, 5, 6 und 10 für NAS-Nutzer
Ratgeber

RAID erklärt: RAID 0, 1, 5, 6 und 10 für NAS-Nutzer

RAID erklärt: Was du als NAS-Nutzer wirklich wissen musst

RAID (Redundant Array of Independent Disks) ist das meistmissverstandene Konzept beim NAS. Ich höre regelmäßig: „Ich habe RAID — meine Daten sind sicher." Das ist gefährlich falsch. Hier erkläre ich was RAID wirklich ist und was nicht.

Der wichtigste Satz zuerst: RAID ist kein Backup

RAID schützt vor Hardware-Ausfall einer Festplatte. Es schützt nicht vor:

  • Versehentlichem Löschen
  • Ransomware-Verschlüsselung
  • Feuer, Wasser, Diebstahl
  • Logischen Fehlern die sich auf alle Platten replizieren

Für echten Datenschutz brauchst du RAID plus ein externes Backup (externe HDD oder Cloud).

Die wichtigsten RAID-Level erklärt

RAID 0 — Geschwindigkeit, keine Redundanz

Daten werden auf beide Platten verteilt (Striping). Volle Kapazität beider Platten nutzbar, maximal schnell.

Problem: Fällt eine Platte aus — alle Daten weg. Ich empfehle RAID 0 für ein NAS grundsätzlich nicht.

Wann sinnvoll: Temporärer Speicher, Video-Rendering, wo Performance zählt und Verlust tolerierbar ist.

RAID 1 — Spiegelung — ideal für 2-Bay-NAS

Jede Datei wird auf beiden Platten gespeichert. Bei 2× 4 TB sind 4 TB nutzbar.

Vorteile:

  • Einfachstes RAID
  • Fällt eine Platte aus: NAS läuft normal weiter
  • Schnelle Lesezugriffe

Nachteile:

  • Nur 50% der Gesamtkapazität nutzbar
  • Kein Schutz vor Datenverlust durch Fehler/Ransomware

Empfehlung: Für alle 2-Bay-NAS — die einzig sinnvolle Option.

RAID 5 — der Allrounder für 4-Bay

Daten + Paritätsinformationen werden auf alle Platten verteilt. Für 4× 4 TB: 12 TB nutzbar (75% der Gesamtkapazität).

Vorteile:

  • Eine Platte darf ausfallen — NAS läuft weiter
  • Effiziente Kapazitätsnutzung
  • Standard für 4-Bay-NAS

Nachteile:

  • RAID-Rebuild nach Plattenausfall dauert Stunden bis Tage
  • Während Rebuild: erhöhtes Ausfallrisiko
  • Mindestens 3 Platten nötig

Empfehlung: Standard für 4-Bay-NAS-Heimanwender.

RAID 6 — für kritische Daten

Wie RAID 5, aber mit doppelter Parität. Zwei Platten dürfen gleichzeitig ausfallen.

Empfehlung: Für Business-NAS und kritische Daten wo ein zweiter Ausfall während Rebuild realistisch ist.

RAID 10 — Performance + Redundanz

Kombination aus RAID 0 (Striping) und RAID 1 (Spiegelung). Mindestens 4 Platten.

Empfehlung: Für Datenbanken und VMs wo Performance und Redundanz gleich wichtig sind.

Welches RAID für welchen Einsatz?

NAS-Typ Empfohlenes RAID
2-Bay Heimnetz RAID 1
4-Bay Heimnetz RAID 5
4-Bay Business RAID 6
4-Bay Performance (Homelab) RAID 10
6-Bay+ Business RAID 6

SHR — Synologys eigener RAID-Modus

Synology bietet SHR (Synology Hybrid RAID) an — einen eigenen RAID-Modus der unterschiedlich große Festplatten optimal kombiniert.

Vorteil: Wenn du 2× 4 TB und 1× 6 TB kombinierst, nutzt SHR die unterschiedlichen Kapazitäten optimal. Normales RAID 5 würde alle Platten auf die kleinste herunterrechnen.

Empfehlung für Synology-NAS: SHR statt RAID 5 wenn du Platten unterschiedlicher Größe kombinierst.

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