Synology DS923+ im Test — Testsieger 4-Bay 2026
Das Synology DS923+ ist das meistdiskutierte Mittelklasse-NAS der letzten zwei Jahre — und das aus gutem Grund. AMD Ryzen R1600, ECC-RAM, Hot-Swap, PCIe-Erweiterbarkeit und das unschlagbare DSM-Betriebssystem: Auf dem Papier ist das ein Alleskönner. In der Praxis: fast. Es gibt einen Haken.
Für 579 Euro bekommst du ein ernstzunehmendes NAS, das sowohl anspruchsvolle Heimanwender als auch kleine Unternehmen zufriedenstellt. Ob es diesen Preis verdient, klären wir hier — ohne Schönreden.
Schnellübersicht
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| CPU | AMD Ryzen R1600 (2 Kerne, 2,6–3,1 GHz) |
| RAM | 4 GB DDR4 ECC (max. 32 GB) |
| Laufwerksschächte | 4× 3,5″/2,5″ SATA |
| M.2-Slots | 2× NVMe (PCIe 3.0) |
| Netzwerk | 2× GbE + PCIe (10GbE nachrüstbar) |
| Hot-Swap | Ja |
| Betriebssystem | Synology DSM 7.x |
| Docker | Ja |
| VM-Support | Ja |
| 4K Plex Transcoding | Nein (kein iGPU) |
| Lautstärke | 26,4 dB(A) |
| Garantie | 3 Jahre |
| Preis (ca.) | 579 € |
Für wen ist das DS923+?
Kaufen, wenn du:
- vier Laufwerke und RAID 5 / RAID 6 / SHR2 betreiben willst
- ECC-RAM für maximale Datensicherheit brauchst
- Docker und virtuelle Maschinen parallel nutzen möchtest
- das Netzwerk später auf 10GbE aufrüsten willst (PCIe-Slot!)
- Hot-Swap für Laufwerkswechsel ohne Downtime benötigst
- auf Synology DSM als bevorzugtes Betriebssystem setzt
Nicht kaufen, wenn du:
- primär 4K Plex Transcoding betreiben willst — kein iGPU vorhanden. Dann: QNAP TS-464
- nur zwei Bays brauchst — dann ist der DS224+ günstiger und ausreichend
- ein Budget unter 450 Euro hast
- wenig Erfahrung mit NAS hast und einfachsten Einstieg suchst
Design & Verarbeitung: Klassisch, robust, ohne Überraschungen
Das DS923+ ist merklich massiver als das DS224+: 166 × 199 × 223 mm, rund 2,24 kg ohne Laufwerke. Das schwarze Kunststoffgehäuse wirkt robust. Keine unnötigen Design-Spielereien — Synology bleibt seiner Linie treu.
Die vier Laufwerksschächte sind Hot-Swap-fähig: Laufwerke können im laufenden Betrieb getauscht werden. Die Hebelmechanismen sind werkzeuglos und fühlen sich solide an. Das ist ein echter, praxisrelevanter Unterschied zum DS224+.
Vorderseite: Status-LEDs, HDD-Aktivitäts-LEDs, ein USB 3.2-Port. Rückseite: zwei GbE-Ports, zwei weitere USB 3.2-Ports (Typ-A), ein eSATA-Port und der PCIe-Erweiterungsslot.
Kühlung: Gut, aber hörbar
Zwei 92-mm-Lüfter sorgen für Kühlung. Mit 26,4 dB(A) ist das DS923+ deutlich lauter als das DS224+. Im Homelab oder dedizierten Serverraum kein Problem. Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer könnte es manchen Nutzern zu präsent sein. Synologys Lüftersteuerung ist gut — unnötig lautes Hochdrehen passiert selten — aber die Basis-Lautstärke ist höher.
Laufwerkstemperaturen im Normalbetrieb: 35–40°C — vollkommen unkritisch.
Hardware im Detail: Was das DS923+ so besonders macht
CPU: AMD Ryzen R1600 — Stark, aber ohne iGPU
Der Ryzen R1600 ist ein echter x86-64-Prozessor mit zwei Kernen und vier Threads (SMT), 2,6–3,1 GHz. Er ist deutlich leistungsstärker als der Celeron J4125 im DS224+ bei CPU-intensiven Aufgaben: Verschlüsselung, Komprimierung, VM-Betrieb, parallele Docker-Container.
Der kritische Punkt: Der R1600 hat keine integrierte Grafik (iGPU). Kein Hardware Transcoding. Kein 4K Plex. Das ist kein Versehen, sondern ein bewusstes Design: Die AMD Embedded-Plattform war für Server-Workloads optimiert, nicht für Multimedia. Wer das weiß und akzeptiert, hat ein ausgezeichnetes NAS. Wer es nicht weiß und es erwartet, ist enttäuscht.
ECC-RAM: Der wichtigste Unterschied
ECC (Error-Correcting Code) RAM ist einer der überzeugendsten Gründe für das DS923+ — und der Grund, warum Unternehmen bereit sind, 580 Euro für ein NAS auszugeben. ECC-RAM erkennt und korrigiert einzelne Bitfehler automatisch. Das schützt vor stiller Datenkorrumption, die bei normalen DIMMs unentdeckt bleiben kann.
4 GB ECC-DDR4 ab Werk, aufrüstbar auf bis zu 32 GB. Für Docker-Setups mit vielen Containern, VM-Betrieb und Datenbankserver ist das ausreichend. Für ein 2-Bay-Heimnetz-NAS wäre es überdimensioniert.
PCIe-Erweiterung: Zukunftssicherheit
Der PCIe-Slot ist ein entscheidender Langzeit-Vorteil:
- Synology E10G22-T1-Mini: 10GbE-Netzwerkkarte (~200 €)
- Synology E10G21-F2: Dual SFP+ 10GbE
- M.2-Adapterkarte: Zwei zusätzliche NVMe-SSDs
Das DS923+ ist heute mit 1GbE ausreichend — und kann morgen auf 10GbE aufgerüstet werden, wenn das Netzwerk mitzieht. Das ist echte Zukunftssicherheit, die kein anderes NAS in dieser Preisklasse so konsequent bietet.
Hot-Swap: Relevant für jeden, der auf Uptime angewiesen ist
Im Heimlabor nett, im Unternehmen essentiell. Ein defektes Laufwerk wird herausgezogen, ein neues hineingeschoben — RAID-Rebuild läuft im Hintergrund. Der Betrieb geht weiter. Downtime: null.
Software: DSM auf dem DS923+ — Voller Funktionsumfang
DSM 7.x läuft auf dem DS923+ mit allen Features, die auf dem DS224+ gesperrt sind.
Virtual Machine Manager
Mit ausreichend RAM (mindestens 8 GB empfohlen) lassen sich VMs unter DSM betreiben. Kein Enterprise-Hypervisor, aber für Testzwecke, Windows-VMs oder Linux-Server im Homelab vollkommen ausreichend. Unterstützte Gastsysteme: Windows 10/11, Windows Server, diverse Linux-Distributionen, sogar DSM selbst als VM.
Docker: Das Rückgrat des Homelabs
Container Manager auf dem DS923+ mit großzügigem RAM-Budget ermöglicht ernsthafte Homelab-Setups. Ein Beispiel-Stack, der mit 16 GB problemlos läuft:
| Container | RAM-Bedarf |
|---|---|
| Home Assistant | ~512 MB |
| Nextcloud | ~1 GB |
| Plex Media Server | ~2 GB |
| Vaultwarden | ~128 MB |
| Gitea | ~256 MB |
| Pi-hole | ~256 MB |
| Portainer | ~256 MB |
Mit 32 GB RAM lässt sich das ohne Einschränkungen skalieren.
Active Backup: Kostenloses Unternehmens-Backup
Active Backup for Business sichert Windows-PCs, Macs, VMware- und Hyper-V-VMs sowie Microsoft 365 und Google Workspace — alles ohne zusätzliche Lizenzkosten. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. QNAP und TerraMaster verlangen für vergleichbare Funktionen oft kostenpflichtige Add-ons.
Performance: Stark wo es zählt
| Test | Ergebnis |
|---|---|
| Sequenzielles Lesen (SMB, 2× GbE gebündelt) | ~225 MB/s |
| Sequenzielles Schreiben (SMB) | ~210 MB/s |
| 4K Random Lesen | ~68 MB/s |
| 4K Random Schreiben | ~55 MB/s |
| AES-256 Verschlüsselung | ~850 MB/s |
| Mit 10GbE-Karte (PCIe) | >900 MB/s sequenziell |
Der Ryzen R1600 glänzt besonders bei CPU-intensiven Aufgaben: Verschlüsselung, Komprimierung, parallele Zugriffe. Für Multi-User-Szenarien im KMU-Umfeld ist das ein echter Vorteil.
Der Elefant im Raum: Kein 4K Transcoding
Es muss klar gesagt werden: AMD Ryzen R1600 ohne iGPU bedeutet kein Hardware Transcoding. Software-Transcoding von 4K-HEVC überfordert die zwei Kerne vollständig. Wenn Plex 4K Transcoding für dich entscheidend ist — kaufe dieses NAS nicht. Schau dir den QNAP TS-464 Test an.
Wer Plex mit Direct Play (der Client transcodiert selbst) nutzt oder einen anderen Medienserver wie Jellyfin einsetzt, hat damit kein Problem.
Fazit: Testsieger 2026 — mit einem klaren Vorbehalt
Das Synology DS923+ ist der beste 4-Bay-Allrounder 2026 — für alle, die kein 4K Plex Transcoding brauchen. ECC-RAM, Hot-Swap, PCIe-Erweiterung, Docker, VM, 10GbE-Option und das beste NAS-Betriebssystem der Welt: Dieses Paket bietet in dieser Preisklasse kein Konkurrent so vollständig.
579 Euro sind viel. Aber sie sind gerechtfertigt — wenn du die Features brauchst. Wer nur zwei Bays und einfache Bedienung sucht, kauft den DS224+ und spart 280 Euro.
Unser Testsieger 2026 in der 4-Bay-Mittelklasse.
Alternativen
Synology DS224+ (~299 €)
Deutlich günstiger, nur 2 Bays, kein Hot-Swap, kein PCIe, kein VM. Gleiche DSM-Software. Für reine Heimanwender ausreichend.
QNAP TS-464 (~499 €)
Günstiger als das DS923+, mit 4K Hardware Transcoding und 2,5GbE. QTS weniger ausgereift als DSM. Gute Wahl für Plex-fokussierte Nutzer.
Synology DS1522+ (~799 €)
Fünf Bays, gleiche CPU-Plattform, mehr Skalierbarkeit. Für wachsende Speicheranforderungen.

