SMR-Festplatten im NAS: Warum das ein Problem ist
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SMR-Festplatten im NAS: Warum das ein Problem ist

SMR-Festplatten im NAS: Warum du das vermeiden solltest

Ich habe in zehn Jahren NAS-Tests einige Fehler gesehen — aber keiner ist so vermeidbar und gleichzeitig so verbreitet wie der Kauf von SMR-Festplatten für ein NAS. Dieser Artikel erklärt warum das ein Problem ist und welche Festplatten du stattdessen kaufen solltest.

Was ist SMR?

SMR steht für Shingled Magnetic Recording — zu Deutsch: Dachziegel-Magnetaufzeichnung. Die Spuren auf der Festplatte werden überlappend geschrieben, ähnlich wie Dachziegel.

Das erhöht die Datendichte — mehr Gigabyte pro Platter — und macht die Produktion günstiger. Für einfache Anwendungen (externe Backup-Festplatte, Desktop-Einsatz mit wenig Schreibzugriffen) ist das kein Problem.

Das Problem im NAS: RAID-Rebuilds

Das Kernproblem tritt beim Überschreiben vorhandener Daten auf. Bei SMR müssen beim Überschreiben einer Spur auch alle darüber liegenden Spuren neu geschrieben werden. Das führt zu:

  1. Massiven Schreibverzögerungen bei großen Schreibvorgängen
  2. Extremen RAID-Rebuild-Zeiten — statt 10-15 Stunden für ein RAID-5-Rebuild können es 30-50+ Stunden werden
  3. RAID-Timeouts — manche NAS-Systeme geben die defekte Platte beim Rebuild als ausgefallen auf, weil die Antwortzeiten die Toleranzgrenzen überschreiten

Das bedeutet im schlimmsten Fall: Du tauschst eine ausgefallene Platte, startest den RAID-Rebuild — und der NAS meldet während des Rebuilds eine zweite Platte als ausgefallen (Timeout). Ergebnis: Datenverlust trotz RAID.

Welche Platten sind SMR?

Die Hersteller kennzeichnen SMR nicht immer klar auf der Verpackung. WD hat zeitweise SMR-Platten in der NAS-Produktlinie (WD Red ohne Plus) verkauft ohne das deutlich zu kommunizieren — was zu massiver Kritik geführt hat.

Bekannte SMR-NAS-Festplatten (vermeiden!):

  • WD Red (ohne Plus) — SMR
  • WD Blue — SMR in bestimmten Kapazitäten
  • Seagate Barracuda — SMR in bestimmten Modellen

Sichere CMR-NAS-Festplatten:

Wie erkenne ich SMR-Platten?

  1. Herstellerwebsite: WD veröffentlicht eine CMR/SMR-Liste. Prüfe dort bevor du kaufst.
  2. Modellbezeichnung: „WD Red Plus" ist CMR, „WD Red" (ohne Plus) ist SMR.
  3. Synology Kompatibilitätsliste: Synology listet bei offiziell unterstützten Platten häufig den Typ.
  4. Faustregel: Wenn eine 3,5″ NAS-Festplatte unter 45 € kostet, ist sie wahrscheinlich SMR.

Fazit

Für ein NAS das auf Zuverlässigkeit ausgelegt ist: Ausschließlich CMR-Festplatten kaufen. Der Aufpreis gegenüber SMR ist gering — das Risiko nicht.

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